European-American Evangelistic Crusades![]() ![]() Das große Regenwurm-Rennenvon Dr. Ralph F. Wilson Es gibt nichts, was pathetischer ist als ein verlorener Regenwurm. Glaube mir. Ich weiß, wovon ich rede. Meine Tochter Annie und ich gingen eine Tages den langen, staubigen Weg von unserem Haus bis zur Straße hinunter um am Samstagmorgen die Zeitung zu holen als wir ihn sahen. Der unglückliche Regenwurm war von dem üppig wachsenden, satten Gras am Rand des Weges auf die sandige Oberfläche der Straße gekrochen. Man konnte seine Spur im Sand verfolgen. Er schien auf die andere Straßenseite zu gesteuert zu sein bevor er plötzlich vom Weg abgewichen war. Vielleicht waren es An- und Abstieg der Oberfläche, die ihn aus dem Konzept gebracht hatten, ich weiß es nicht. Doch plötzlich begann er, in unregelmäßigen Kreisen zu kriechen. Als wir ihn fanden, war das arme Ding dünn und trocken, bedeckt mit kleinen Sandkörnchen und in äußerster Verzweiflung. Hin und her und rundherum wand er sich während die Sonne höher stieg und die Stunde herbei trieb, in der seine Erzfeinde – Autoreifen – ihn nackt und schutzlos vorfinden würden. Ein Sausen, ein Zermahlen, und das wäre es dann gewesen. "Wir wollen ihn retten", sagte ich zu Annie. Sie hob sanft dieses körnige Wesen von der Straße auf und setzte den Wurm behutsam in die Sicherheit des hohen Grases am Wegesrand. Was für eine Art und Weise, einen Tag zu beginnen! Man fühlt sich innerlich gut wenn man einen Wurm gerettet hat. Doch da waren noch andere. Massen von anderen. Ein unglückseliger Wurm nach dem anderen hatte sich den Weg von der Sicherheit des Grases in die spurlose Wüste der Straße gebahnt. Gelegentlich fanden wir einen fetten, saftigen Wurm, der seine mutige Reise gerade erst begonnen hatte, glücklich und sich der bevorstehenden Gefahren nicht bewusst. Er ahnte ja nicht.... Doch wir waren für die Würmer da. Ich suchte nach der verräterischen Spur im Sand. „Hier ist noch einer", rief ich dann und Annie eilte herbei um ein weiteres Opfer in die Sicherheit zu heben. Was sollte die Erklärung für diesen großen Auszug an Würmern sein? Während wir als fein aufeinander abgestimmtes Gnaden-Team zusammenarbeiteten, begann sich eine Theorie zu entfalten. Es musste irgendeinen Wurm von Discjockey bei einer Abendveranstaltung gegeben haben, der einen Preis für den Wurm ausgesetzt hatte, der es auf die andere Straßenseite schaffte. Das musste es sein! Doch wer würde den Preis bekommen? Wir begannen, nach dem einen Wurm Ausschau zu halten, der diese Ausdauer, den Mut und den unbeirrbaren Sinn für die richtige Richtung für diese waghalsige Expedition besaß. Hatte dieser es geschafft? fragte ich mich, wenn ich seine Spur im Sand verfolgte. Nein, hier hatte er begonnen, sich zu winden und umher zu kreisen. Ausnahmslos waren die Würmer einer nach dem anderen im Kreis herum gekrochen, ziellos auf dem Weg nach nirgendwo – schnell zuerst, dann langsamer und langsamer während ihre kostbaren Ressourcen versickerten. Wir waren fast schon zurück beim Haus angelangt als wir ihn fanden – den Wurm, der allen Widrigkeiten getrotzt und gewonnen hatte. Wir verfolgten seine Spur von der einen bis zur anderen Straßenseite. Aber nein, er war bereits nur noch Zentimeter vom Gras der gegenüberliegenden Seite entfernt als er ausscherte und in die falsche Richtung zu kriechen begann, zurück dahin, wo er hergekommen war, dem falschen Ende der Wurmwelt. Ich lüge nicht. Das ist tatsächlich passiert, obwohl ich mich nicht für den Teil mit dem Discjockey verbürgen kann. Aber genug körnige, verwahrloste Würmer. Als Annie und ich unsere Scherze machten und auf dem Weg zum Haus unsere Rettungsaktion durchführten, dachte ich an Menschen, die ich kenne. Wo sind wir auf unserer Reise? Wohin gehen wir überhaupt? Haben wir ein Lebensziel, eine Bestimmung – oder wandern wir einfach nur umher? Ein Vers kam mir in den Sinn als ich da so als Chef-Wurmsucher tätig war: " Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich beraten, mein Auge auf dich richtend." (Psalm 32:8). Wenn diese Würmer nur Luftunterstützung hätten – jemand mit Perspektive, um ihnen ihre Position durchzugeben – dann könnten sie es schaffen. Und ich dachte daran, wie verzweifelt wir einen Führer brauchen, der uns den Weg auf die andere Seite zeigt, einen Retter, der uns aufhebt, hoffnungslos und verloren wie wir sein mögen, und uns sanft auf der anderen Seite absetzt. "Rescuer" bedeutet dasselbe wie "Erlöser". Jesus ist dieser Retter. Er kennt den Weg. Bist du es müde, ständig im Kreis zu gehen, dich müde zu kämpfen und mit der ständigen Angst zu leben, platt gefahren zu werden? Hebe deinen müden Kopf noch einmal hoch und sprich’ ein kraftloses Wurmgebet. Und dann halte Ausschau nach deinem Retter! |